Gipfel der Kreativität 08

ADC-Ausstellung

Heute den Sonntag mal genutzt um die Ende September eröffnete (und noch bis 12. Oktober dauernde) Ausstellung des ADC mit den „innovativsten Kreativarbeiten des letzten Jahres“ im Museum für Kommunikation/Frankfurt anzusehen.

Leider war ich sehr überrascht über die lieblose Präsentation im Museum. Die meisten Arbeiten wurden auf schlecht aufgezogenen Pappen gezeigt. Websites zwar auf Rechnern – aber dort absurderweise trotzdem nur als Screenshots, statt wirklich als durchklick- und ansehbare Website. Nett war zwar die Möglichkeit Printprodukte wie Geschäftsberichte von Air-Berlin und Thyssen-Krupp oder zum Beispiel die Programmhefte des Stuttgarter Staatstheaters direkt in die Hand nehmen zu können – ausgelegt waren die allerdings wie auf dem Ramschtisch des örtlichen Buchhändlers … – Vielleicht ist das ja leider die geplante Taktik … aber man wurde das Gefühl nicht los, dass man besser bedient gewesen wäre sich die Arbeiten direkt im ADC-Jahrbuch anzuschauen … – Eine Präsentation im Museum sollte schon über das reine Zeigen nach Kategorien auf Aufstellwänden hinausgehen. Weitere Hintergrundinfos wären schon ein Anfang gewesen. Interaktive Medien auch interaktiv zu zeigen eine weitere gute Sache. Und Aktionen wie das nachgebaute IKEA Zimmer und ähnliche Kampagnen, die über Print hinausgehen, dann doch wieder nur als gedrucktes Bild mit kurzer Beschreibung zu sehen, ist auch etwas wenig.

Alles im Prinzip noch halbewegs verschmerzbar … Allerdings blieben die Arbeiten selbst zum Großteil auch hinter den Erwartungen zurück. – Das Horst Schlämmer immer noch bis zum er******* ausgeschlachtet wird, stört zwar offenbar nicht die Jury, aber in diesem Fall durchaus den Betrachter. Vieles wirkte auch nicht unbedingt neu & innovativ (wie in der Ausstellungsbeschreibung angekündigt): VW-GTI-Kampagne mit verkleinerten Reitern auf großen Pferden, die Burger-Kaffeebohne für McCafé, … – alles irgendwie mit dem schalen Beigeschmack von Aufgekochtem …

Positiv herausgestochen sind einige Editorial-Arbeiten, Grafische Einzelarbeiten oder Fotografien die einen frischen, neuen Look hatten. Ebenso auch viele der schon genannten umfangreicheren Printprodukte wie Programmhefte oder Geschäftsberichte.

Fazit könnte schon sein, dass die Ausstellung Ok ist – vor allem weil der Eintrittspreis (2,50 EUR) sehr gering ist. Aber richtig lohnenswert trotzdem nicht. Besser wären ein paar Euro mehr Eintritt – aber dafür eine museumsgerechtere und vor allem inhaltsvollere Aufbereitung mit mehr Liebe zum Detail und für die gezeigten Arbeiten …

Eine interessante Sache am Rande: Die Website des Museums für Kommunikation hat anscheinend etwas Schwierigkeiten mit der Aufgabe „Kommunikation“: Die Informationen zu den aktuellen Ausstellungen sind sehr, sehr spärlich – die restliche Präsentation auch nicht sehr aussagekräftig & attraktiv …

Links:
Museum für Kommunikation, Frankfurt
Die Ergebnisse des 44. ADC-Wettbewerbs

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