KW45/2009

Ich habe bisher immer in Agenturen gearbeitet, die sich immer sehr schwer mit dem Thema Urlaub getan haben. Man weiß, dass man den Mitarbeitern Urlaub zugestehen muss, aber bitte nicht mehr als 5 Tage. Irgendein angeblich wichtiges Projekt geht der Projektleitung immer vor.

In der KW45 hatte ich nach mehr als einem Jahr endlich Urlaub – natürlich nur 5 Tage. Ich konnte leider nicht verreisen und habe versucht auch so den Kopf frei zu bekommen. Ich habe mir die Retrospektive von Moholy-Nagy in der Schirn angesehen und einen Tagesausflug nach Köln gemacht.

Selbstverständlich habe ich mir während des Urlaubs keine Gedanken zum nächsten Projekt gemacht. Und mein Telefon war natürlich nicht aktiv. So wichtig kann kein Projekt sein.

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Moholy-Nagy in der SCHIRN

Moholy-Nagy SCHIRN FRANKFURT

Anlässlich des 90-jährigen Bauhaus-Jubiläums sind in der SCHIRN mehr als 170 Arbeiten von László Moholy-Nagy in einer großen Retrospektive zu sehen. Der ungarische Künstler war einer der bedeutendsten Lehrer am Bauhaus Weimar und Dessau.

Die gezeigten Kunstwerke zeigen fantastische Arbeiten, die ihrer Zeit deutlich voraus waren. Zu sehen ist dabei, dass Moholy-Nagy sich dabei nicht festlegen wollte, sondern immer wieder mit neuen Materialien, Techniken und Medien experimentierte. Neben Collagen, Zeichnungen und Gemälden sind auch Fotografien, Filme, Fotochemisch hergestellte Kunstwerke und Skulpturen aus Plexiglas oder Metall zu sehen.

Alle Arbeiten gemeinsam ist die deutliche Handschrift von László Moholy-Nagy: Geometrische Figuren und Konstruktionen, ausgewogene, tolle Farbkombinationen kombiniert mit gezielten “Unperfektheiten”, Mustern und Elemente, die jedes der Werke sehr lebendig machen.

Deutlich zu sehen in der Ausstellung sind die Begeisterung & der Antrieb von Moholy-Nagy.

Sehr inspirierend & sehenswert!

Eine gute Vorschau + Hintergrundinformationen zur Ausstellung gibt’s im YouTube-Stream der SCHIRN (direktes Einbetten des Videos war leider deaktiviert).

László Moholy-Nagy Retrospektive
08.10.2009 – 07.02.2010
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT

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UAMO Festival 2009 | Perforation

UAMO 2009

UAMO steht für “Urban Art & Media Organisation”. Das Festival 2009 findet unter dem Motto “Perforation” statt. In München.

Sehr interessant am Festival ist das Zusammenbringen von Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen: Fotografen, Maler, Bildhauer, Medienkünstler und Illustratoren. Auf den Bildern zu bisherigen Festival-Beiträgen ist so sehr nett abzulesen, wie die Grenze zwischen Design & Kunst in diesem Fall fließend ist und verschwimmt. Auch der urbane Einfluß ist deutlich sichtbar.

Das Ganze Festival klingt vielversprechend! – Generell finde ich es sehr spannend, was in einer Stadt an Kunst und kreativer Beschäftigung mit dem Lebensstil dort stattfindet – hier gibt es für bereits aktive und auch schlummernde Kreative – nicht nur aus München – eine sehr nette Plattform um Gedanken & Arbeiten zu präsentieren!

Arbeiten für das Festival können bis zum 01.03.2009 hier kostenlos eingereicht werden.

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Ateliers in Frankfurt: Open Doors

Open Doors Frankfurt

Open Doors Frankfurt

Heute: Raus in den Frankfurter Frost. Primär aber eine Tour zu Ateliers und Ausstellungsorten in Frankfurt gemacht. Das Kulturamt Frankfurt, das Atelier Frankfurt und basis gaben heute und gestern bei “Open Doors” die Möglichkeit jede Menge Künstler, deren Arbeiten und Ateliers kennen zu lernen.

Auch wenn ich mir leider nur einen Bruchteil der Ateliers anschauen konnte, war es sehr interessant zu sehen, was künstlerisch so in Frankfurt passiert und wie abwechslungsreich & nett das Ganze ist!

Einige Eindrücke gibt es hier im Fotostream …

Atelier Frankfurt und basis bieten auch abseits vom Tag-der-offenen-Tür reguläre, sehr sehenswerte Ausstellungen. Vieles von dem, was dort dieses Wochenende zu sehen war – z. B. die beeindruckende Installation “p.s. I love you Yassin” von Teresa Gillespie (im Keller des Ateliers Frankfurt) und weitere Arbeiten aus der Reihe “Artists in Residence” werden auch noch ein paar weitere Wochen ausgestellt sein.

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Diana & Actaeon – der etwas konfuse Blick auf die Nacktheit

Diana und Acteon - Ausstellung

Am Wochenende gab’s mal wieder einen Bildbunt-Abstecher zu Kunst & Kultur. Und nach Düsseldorf. Ins Museum Kunstpalast.

Hier die Kurzkritik zur Ausstellung:
Vielfältige Auswahl an Exponaten. Vielleicht ein wenig zu vielfältig. Die ausgewählten Arbeiten wirkten manchmal etwas zusammenhanglos. “Der verbotene Blick auf die Nacktheit” – beziehungsweise “Nacktheit” an sich ist vielleicht einfach ein zu großer roter Faden für eine Ausstellung …
“Die nackte Wahrheit. Klimt, Schiele, Kokoschka und andere Skandale” – 2005 in der Frankfurter Schirn hat es beser gemacht: Es wurde sehr gezielt ein Thema und eine Epoche beleuchtet. Die Ausstellung in Düsseldorf war etwas unentschlossen … – und zu “verbotenem Blick” hätte man sicher noch etwas unterschiedlichere, interessantere Aspekte zeigen können …

Einige der ausgestellten Arbeiten waren dennoch sehenswert, manche vielleicht auch kontrovers – Anregende Wirkung – oder zu viel Skandal – sollte man sich allerdings nicht versprechen. :-)

Eine Sache am Rande: Wir mussten leider mal wieder feststellen, dass Museumsöffnungszeiten nicht ganz unserem Tagesrhytmus entsprechen ;-) … Die Ausstellung schloss schon um 18.00 Uhr, einen Saal der Ausstellung mussten wir ausfallen lassen, da uns die Wärter – zusammen mit anderen Besuchern, des noch gut gefüllten Museums, schon mit Nachdruck Richtung Ausgang delegierten …

Ausstellung im Museum Kunstpalast.

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New Photographs von David Lynch / Medienhafen Düsseldorf

David Lynch

Angeregt durch den Stylespion-Beitrag war der Plan eigentlich im Düsseldorfer Medienhafen beim Epson-Kunstbetrieb und der David-Lynch-Fotoausstellung vorbeizuschauen. Die Mitarbeiter waren allerdings leider entweder gerade für kleine Galeristen ;-) oder in irgendeiner anderen Form abkömmlich. – Die Galerie war verschlossen. Sehr schade. – Die Bilder, die man von aussen sehen konnte waren sehr nett & vielversprechend. Ausserdem Lynch-gemäß visuell aussergewöhnlich & recht eindrucksvoll. Gerne hätte ich mir die Arbeiten aus nächster Nähe angeschaut …

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Gipfel der Kreativität 08

ADC-Ausstellung

Heute den Sonntag mal genutzt um die Ende September eröffnete (und noch bis 12. Oktober dauernde) Ausstellung des ADC mit den “innovativsten Kreativarbeiten des letzten Jahres” im Museum für Kommunikation/Frankfurt anzusehen.

Leider war ich sehr überrascht über die lieblose Präsentation im Museum. Die meisten Arbeiten wurden auf schlecht aufgezogenen Pappen gezeigt. Websites zwar auf Rechnern – aber dort absurderweise trotzdem nur als Screenshots, statt wirklich als durchklick- und ansehbare Website. Nett war zwar die Möglichkeit Printprodukte wie Geschäftsberichte von Air-Berlin und Thyssen-Krupp oder zum Beispiel die Programmhefte des Stuttgarter Staatstheaters direkt in die Hand nehmen zu können – ausgelegt waren die allerdings wie auf dem Ramschtisch des örtlichen Buchhändlers … – Vielleicht ist das ja leider die geplante Taktik … aber man wurde das Gefühl nicht los, dass man besser bedient gewesen wäre sich die Arbeiten direkt im ADC-Jahrbuch anzuschauen … – Eine Präsentation im Museum sollte schon über das reine Zeigen nach Kategorien auf Aufstellwänden hinausgehen. Weitere Hintergrundinfos wären schon ein Anfang gewesen. Interaktive Medien auch interaktiv zu zeigen eine weitere gute Sache. Und Aktionen wie das nachgebaute IKEA Zimmer und ähnliche Kampagnen, die über Print hinausgehen, dann doch wieder nur als gedrucktes Bild mit kurzer Beschreibung zu sehen, ist auch etwas wenig.

Alles im Prinzip noch halbewegs verschmerzbar … Allerdings blieben die Arbeiten selbst zum Großteil auch hinter den Erwartungen zurück. – Das Horst Schlämmer immer noch bis zum er******* ausgeschlachtet wird, stört zwar offenbar nicht die Jury, aber in diesem Fall durchaus den Betrachter. Vieles wirkte auch nicht unbedingt neu & innovativ (wie in der Ausstellungsbeschreibung angekündigt): VW-GTI-Kampagne mit verkleinerten Reitern auf großen Pferden, die Burger-Kaffeebohne für McCafé, … – alles irgendwie mit dem schalen Beigeschmack von Aufgekochtem …

Positiv herausgestochen sind einige Editorial-Arbeiten, Grafische Einzelarbeiten oder Fotografien die einen frischen, neuen Look hatten. Ebenso auch viele der schon genannten umfangreicheren Printprodukte wie Programmhefte oder Geschäftsberichte.

Fazit könnte schon sein, dass die Ausstellung Ok ist – vor allem weil der Eintrittspreis (2,50 EUR) sehr gering ist. Aber richtig lohnenswert trotzdem nicht. Besser wären ein paar Euro mehr Eintritt – aber dafür eine museumsgerechtere und vor allem inhaltsvollere Aufbereitung mit mehr Liebe zum Detail und für die gezeigten Arbeiten …

Eine interessante Sache am Rande: Die Website des Museums für Kommunikation hat anscheinend etwas Schwierigkeiten mit der Aufgabe “Kommunikation”: Die Informationen zu den aktuellen Ausstellungen sind sehr, sehr spärlich – die restliche Präsentation auch nicht sehr aussagekräftig & attraktiv …

Links:
Museum für Kommunikation, Frankfurt
Die Ergebnisse des 44. ADC-Wettbewerbs

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Grau.

Grau.

Das trifft meistens auf das kasseler Wetter zu – diesmal aber eher auf die gerade dort stattfindendende documenta 12. Es gab einige gute, interessante Werke zu sehen – insgesamt war die Ausstellung aber recht unspektakulär. Was laut Roger M. Buergel – dem auch eher unaufgeregten Kurator – wohl mehr oder weniger zum Konzept gehört. Auch wenn dies zutrifft und keine nachträglich hingedengelte Erklärung sein sollte, bin ich mir nicht sicher ob mir so ein Konzept gefällt. Es benötigt keine Show und Effekthascherei – aber von einer weltweit beachteten Ausstellung für zeitgenössische Kunst hätte ich mehr Eindrücke erwartetet, die im Gedächtnis bleiben. Das Erste, was mir stattdessen auch jetzt noch in Erinnerung ist, ist eine schlecht präparierte Giraffe mit Überbiss, die bei einem Angriff auf die Hamas im Westjordanland einen etwas unglücklichen Tod fand, indem sie panisch gegen einen Pfeiler gedonnert ist. Aus diesem Kunstwerk kann man selbstverständlich Schlüsse und Betrachtungsweisen ziehen – aber es sind keine, die ich als Zussammenfassung dessen, was die gezeigte Kunst ausdrückt besonders zufriedenstellend finde.

Was ich auch erwartet hätte, wäre, dass die documenta in der Stadt sichtbarer ist und ein wenig auf das Leben dort abfärbt. Aber man konnte letzte Woche auch gut durch Kassel gehen ohne überhaupt mitzubekommen, dass eine große, internationale Kunstschau stattfindet. Es waren sehr wenige Menschen unterwegs, direkt in der Stadt sind nur wenige Kunstwerke zu sehen – und die drumherum aufgebaute Infrastruktur wirkt mit Shopcontainern, Würstchenbuden und kleinen Festzelten auch nicht unbedingt passend. Die Liebe zum Detail, die in den Ausstellungen fehlte, setzte sich konsequenterweise auch dort fort.

Schade war auch, dass die gepflanzten Mohnfelder vor dem Fridericianum kurz vor unserem Besuch durch ein Unwetter zerstört wurden. – Aber auch daraus kann man Schlüsse ziehen. In einem auf der Straße verlorenen Moleskine stand: Rot = Revolution – Revolution gescheitert? Interessant.
(BTW fanden wir es einen netten Gedanken, dass man eigentlich auch solche Notizbücher ausstellen könnte. Die unterschiedlichen Betrachtungsweisen zu einem Kunstwerk wären eine spannende Sache – und würden vielleicht auch ein wenig die schon sehr absolut klingenden Interpretationen hinterfragen, die zum Beispiel der offizielle Ausstellungskatalog liefert.)

Es ist vielleicht ein etwas banausischer, profaner Ansatz aber ich mag es auch gerne, wenn mich Kunst in meiner Arbeit als Designer inspirieren kann und mich aus den alltäglichen Sachen und Blickweisen herausreißt. Generell konnte die documenta Gedanken nicht so richtig in Gang bringen – weder was die Aussagen der Werke betrifft noch auf diese gestalterisch inspirierende Art …

Als Fazit bleibt ein neutrales “nicht gut, auch nicht schlecht”. Eben grau.

Die Bildbunt-Eindrücke in Bildern.

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