Design Blast 2010 – Der Rückblick

Wie auch Eike König während seines Vortrags bemerkte, ist „Design Blast“ nicht unbedingt der glücklichste Name für eine Konferenz – aber das ist „Hort“ für ein Designstudio vielleicht auch nicht – insofern sind Namen manchmal doch nur Schall & Rauch.

Die Konferenz selbst, die zum 3. Mal in Karlsruhe stattfand, war eine kleine, sehr gelungene Veranstaltung! Schöne Location mit Tageslicht & viel Sonne. Gute Redner, tolle Organisation & Verpflegung. Und Inspiration.

Das diesjährige Motto der komplett von den Studenten der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe organisierten, gestalteten und moderierten Veranstaltung war „Mut“.

Bis auf Åbäke, die etwas am Thema vorbei einfach eine Sammlung sehenswerter Arbeiten präsentierten, war es spannend & interessant, was von den eingeladenen Designern (Julia Lohmann, Eike König, Brendan Walker und Marco Fiedler) zum Thema „Mut & Design“ zu hören war!

Am meisten beeindruckt haben mich dabei die Arbeiten und der Vortrag von Julia Lohmann, die in Ihrer bisherigen Laufbahn als Designerin bereits einiges an Mut bewiesen hat! – Durch die Arbeiten selbst, aber auch durch die Wege die sie eingeschlagen oder bewusst abgebrochen hat.

Ebenfalls sehens- und hörenswert war erwartungsgemäß der Vortrag von Eike König (Hort). Mir gefiel die Ehrlich- und Geradlinigkeit. Einige Arbeiten von Hort waren natürlich auch zu sehen – aber über die braucht man eigentlich nicht mehr viele Worte zu verlieren. Die sind bekannt & gut.

Interessant waren die Gedanken, die in fast allen Beiträgen mitschwangen:

  • Die Möglichkeit zu haben gutes Design umsetzen zu können erfordert zuallererst den Mut, Berater auf Augenhöhe statt bloßer Dienstleister zu sein
  • „Die Werbung“ ist nicht unbedingt das attraktivste Arbeitsfeld für Designer.
  • Mut kann unbequem sein. Muss es vielleicht sogar auch.
  • Mut heißt, sich selbst herauszufordern
  • Entscheidend ist, Dinge anzupacken von denen man überzeugt ist

Eine weitere bemerkenswerte Sache, die sowohl bei den Vorträgen von Julia Lohmann als auch von Brendan Walker deutlich wurde: In England werden offenbar weit weniger Grenzen zwischen Kunst und Design gezogen. Designer scheinen dort oft ein etwas anderes Selbstverständnis zu haben. „Gestalten“ heißt dort – wohl mehr als hier – soziale und gesellschaftliche Aspekte mit einzubeziehen.

Ein weiterer Part der Designkonferenz war die Verleihung des Output-Awards an herausragende studentische Arbeiten.

Dabei wurde der Schwerpunkt diesmal auf Arbeiten gelegt, die eher forschenden Charakter hatten, konzeptionell neue Ansätze verfolgten und versuchen neue Felder zu erschließen. Und es waren dazu tolle Beispiele zu sehen!

Was überall auf der Konferenz und auch in der Laudatio zur Preisverleihung des Output-Awards mitschwang ist ein – hoffentlich genereller – Trend: Design mit Substanz – nicht der tausendste bequeme Stuhl, oder das tausendste „sexy“ Design – sondern Ideen & Konzepte, die wirklich etwas aussagen und bewirken! Sachen, die „Funktion“ nicht nur auf (marketing-)technische Aspekte beschränken, sondern gerne auch in größerem gesellschaftlichem Zusammenhang gedacht werden!


Weiter Bilder von der Design Blast 2010 …

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