Alte Gerätschaften

Sehenswerte alte Technik und schnörkelloses, schönes Design – festgehalten in Fotos von Mark Richards


Thema: Design,Fotografie | 2 Kommentare

Zitate



Zitate zu visualieren ist keine neue Sache. Aber in dieser Form gefällt mir das durchaus. Ausgesprochen gut!

Weitere Arbeiten von Eric Zelinski …


Thema: Design,Inspiration,Kunst,Typographie | Kommentar schreiben!

Keine Gründe sind die falschen Gründe.

Ich erwische mich in letzter Zeit oft beim Kopfschütteln.

Kopschütteln darüber aus welchen Gründen Dinge gemacht werden. Oder besser gesagt: Das es auch niemanden stört, wenn es überhaupt keine Gründe gibt.

Als Designer treibt mich das Thema vielleicht nochmal besonders um. Ich sehe Design in erster Linie als Lösung einer Aufgabe oder eines Problems. Für alles, das man gestaltet – und vor allem, wie man es gestaltet – sollte es trifftige Gründe geben. Aber Gründe können auch in allen anderen Bereichen & Disziplinen nicht schaden. Zum Beispiel dabei, wirklich Dinge von Wert zu schaffen. Und nicht irgendetwas, dessen einziger Enstehungsgrund ist, dass irgendjemand dafür bezahlt. – Und manchmal noch nicht einmal das. Es gibt im Agentur-Umfeld viele Dinge, die hier gründlich schief laufen – Ich fürchte aber leider, dass das Problem auch die meisten anderen Branchen betrifft.

Um nochmal ganz kurz auf das Kopfschütteln zurückzukommen: Es kann nicht sein, dass nicht mehr nach den Gründen für ein Projekt gefragt wird, sondern einfach losgelaufen, ausgeführt & produziert wird. Egal was. Egal wie. – Aber aus einigen Jahren Erfahrung & Beobachtung in meinem Job muss ich leider sagen: Es kann doch sein. Es werden seitenweise Dokumente & Papier produziert, nur um, wie angeboten ein “Konzept” abliefern zu können. Gerne auch nachträglich, wenn alles Andere schon längst steht. Mann macht ohne Not schwachsinnige Dinge, von denen jedem Beteiligten klar ist, dass es Schwachsinn ist. Beliebter “Grund”: Das wurde mal irgendwann so festgelegt. Absurd. Und dafür gibt es leider noch mehr Beispiele. Es entstehen ganze Websites, Flash-, 3D-Animationen, Apps und sonstige Sachen, ohne dass es dafür einen wahren, echten Grund gäbe. Im Zweifelsfall reicht es aus, dass die Technologie gerade “im Trend” ist und man dabei sein muss: “Mach’ mal ‘ne App.” – “Wofür? Was ist das Ziel? Was soll die Kernfunktion sein? Wie ist der weitere Ausblick dafür?” – “Weiß ich auch nicht. Aber mach’ma. – Erstmal nur so für’s Look’n'Feel”.

Erschreckend ist, wie solche “Gründe” plötzlich wie verselbständigte Zombies durch Firmenkultur und Denken in Unternehmen laufen. Erschreckend, wenn Menschen garkeine Gründe mehr brauchen, sondern ein Zeitplan und ein paar Arbeitsanweisungen reichen. Dann ist es offenbar auch nicht mehr entscheidend, ob dies Pläne überhaupt jemals Hand & Fuß hatten. Und auch nicht, dass man gegebenenfalls genau weiß, dass sie das niemals hatten. Beängstigend mit anzuschauen, wieviel Arbeitsenergie und Geld dabei sinnlos verbrennt.

So kann es nicht sein. Es gibt keinen zwingenden Grund es so zu machen. – Auch wenn oft genau das vermittelt wird. – Es muss für das, was man tut echte Gründe geben, Verantwortung für die eigene Arbeit – im besten Fall gepaart mit Leidenschaft & Begeisterung.

Dazu gehört auch der Mut von Dingen abzuraten, die nicht die Passenden sind. An den richtigen Stellen “Nein” zu sagen und zu allererst nach den Gründen & Zielen zu fragen! Eigentlich einfach: gute Beratung.

Die Parole “wir müssen dem Kunden halt irgendetwas verkaufen, auch wenn er das gerade nicht braucht” habe ich noch nie verstanden. Wenn etwas nicht passt gibt es trotzdem fast immer etwas Sinnvolles, das man stattdessen anbieten kann. – Und sei es nur, den Kunden an einen guten Partner zu verweisen, der ihm bei seiner Aufgabe wirklich weiterhilft. Zur Stelle kann man sein, wenn es tatsächlich etwas zu tun gibt, das in den eigenen Kompetenzbereich fällt. Das Geld, dass ein Kunde bezahlt, sollte ein Produkt oder eine Dienstleistung auch wert sein – und nicht nur eine Maschinerie befüttert werden, die sich reihum für Mist auf die Schulter klopft.

Ziemlich schnell liegt bei solchen Gedankenspielen das Wort “Idealist” in der Luft. – Aber was spricht dagegen mit seiner Arbeit Dinge von Wert entstehen zu lassen? Etwas umzusetzen, für das es einen echten Grund gibt? Warum tun sich so viele Unternehmen damit so unglaublich schwer?

Es wird wieder höchste Zeit für Gründe! Und für gute, sinnvolle Arbeit, die etwas bewirkt.


Thema: Allgemein,Design,Gedanken | 2 Kommentare

Design Blast 2010 – Der Rückblick

Wie auch Eike König während seines Vortrags bemerkte, ist “Design Blast” nicht unbedingt der glücklichste Name für eine Konferenz – aber das ist “Hort” für ein Designstudio vielleicht auch nicht – insofern sind Namen manchmal doch nur Schall & Rauch.

Die Konferenz selbst, die zum 3. Mal in Karlsruhe stattfand, war eine kleine, sehr gelungene Veranstaltung! Schöne Location mit Tageslicht & viel Sonne. Gute Redner, tolle Organisation & Verpflegung. Und Inspiration.

Das diesjährige Motto der komplett von den Studenten der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe organisierten, gestalteten und moderierten Veranstaltung war “Mut”.

Bis auf Åbäke, die etwas am Thema vorbei einfach eine Sammlung sehenswerter Arbeiten präsentierten, war es spannend & interessant, was von den eingeladenen Designern (Julia Lohmann, Eike König, Brendan Walker und Marco Fiedler) zum Thema “Mut & Design” zu hören war!

Am meisten beeindruckt haben mich dabei die Arbeiten und der Vortrag von Julia Lohmann, die in Ihrer bisherigen Laufbahn als Designerin bereits einiges an Mut bewiesen hat! – Durch die Arbeiten selbst, aber auch durch die Wege die sie eingeschlagen oder bewusst abgebrochen hat.

Ebenfalls sehens- und hörenswert war erwartungsgemäß der Vortrag von Eike König (Hort). Mir gefiel die Ehrlich- und Geradlinigkeit. Einige Arbeiten von Hort waren natürlich auch zu sehen – aber über die braucht man eigentlich nicht mehr viele Worte zu verlieren. Die sind bekannt & gut.

Interessant waren die Gedanken, die in fast allen Beiträgen mitschwangen:

  • Die Möglichkeit zu haben gutes Design umsetzen zu können erfordert zuallererst den Mut, Berater auf Augenhöhe statt bloßer Dienstleister zu sein
  • “Die Werbung” ist nicht unbedingt das attraktivste Arbeitsfeld für Designer.
  • Mut kann unbequem sein. Muss es vielleicht sogar auch.
  • Mut heißt, sich selbst herauszufordern
  • Entscheidend ist, Dinge anzupacken von denen man überzeugt ist

Eine weitere bemerkenswerte Sache, die sowohl bei den Vorträgen von Julia Lohmann als auch von Brendan Walker deutlich wurde: In England werden offenbar weit weniger Grenzen zwischen Kunst und Design gezogen. Designer scheinen dort oft ein etwas anderes Selbstverständnis zu haben. “Gestalten” heißt dort – wohl mehr als hier – soziale und gesellschaftliche Aspekte mit einzubeziehen.

Ein weiterer Part der Designkonferenz war die Verleihung des Output-Awards an herausragende studentische Arbeiten.

Dabei wurde der Schwerpunkt diesmal auf Arbeiten gelegt, die eher forschenden Charakter hatten, konzeptionell neue Ansätze verfolgten und versuchen neue Felder zu erschließen. Und es waren dazu tolle Beispiele zu sehen!

Was überall auf der Konferenz und auch in der Laudatio zur Preisverleihung des Output-Awards mitschwang ist ein – hoffentlich genereller – Trend: Design mit Substanz – nicht der tausendste bequeme Stuhl, oder das tausendste “sexy” Design – sondern Ideen & Konzepte, die wirklich etwas aussagen und bewirken! Sachen, die “Funktion” nicht nur auf (marketing-)technische Aspekte beschränken, sondern gerne auch in größerem gesellschaftlichem Zusammenhang gedacht werden!


Weiter Bilder von der Design Blast 2010 …


Thema: Allgemein | Kommentar schreiben!

Packaging-Design: Joakim Sundström

Packagingdesign für Joghurt. Vom schwedischen Designer Joakim Sundström.

Genau solche Verpackungen sollten tatsächlich in den Regalen stehen!


Thema: Design,Inspiration | Kommentar schreiben!

Broken Budgie

Schade, dass ich meinen alten 24-Nadeldrucker schon vor langer Zeit verscherbelt habe. Man könnte sehr nette Sachen damit machen – sowas wie das hier von Ciara Phelan beispielsweise …


Thema: Design,Inspiration | Kommentar schreiben!

czech it out

TYP
TYP

Tschechien muss unbedingt auf die Reiseliste. Mir fallen sehr oft Bilder, alte Schriftzüge und ziemlich gutes Grafikdesign auf.

Ein Beispiel dafür sind die tollen, avantgardistischen Titelblätter für eine tschechische Zeitschrift aus den 20er-Jahren!

(via)


Thema: Design,Inspiration | Kommentar schreiben!

Graphit!

Graphit on Paper

“Graphite on Paper” von Meggie Schwendemann

(via)


Thema: Design,Fotografie,Kunst | Kommentar schreiben!

Fundstück/Interface-Design

Eine umfangreiche und sehr interessante Übersicht von OS-Interfaces der letzten Jahrzehnte: Operating System Interface Design Between 1981-2009

In diese Reihe passt auch die Bedienungsanleitung meines ersten Rechners: Einem Atari 1040STE. Die Anleitung zeigt neben allgemeinen Bedienhinweisen – z. B. wie man mit einer Mouse umgeht – viele Screens des GEM-GUI, das für damalige Verhältnisse fortschrittlich war und sich optisch stark an der damaligen MacOS-Oberfläche anlehnte.

Atari 1040ST

Atari 1040ST

Atari 1040ST

Atari 1040ST
Atari 1040ST

Sowohl bei GEM als auch beim MacOS der damaligen Zeit, ist interessant, wie trickreich & gut es die Designer hinbekommen haben, teils nur mit den Farben Schwarz & Weiß durch Linien oder Raster unterschiedliche Grauflächen und eine übersichtliche Strukturierung zu schaffen. Die ersten Windows-Versionen in Farbe muten deutlich gruseliger und unübersichtlicher an.

Interessante Zeitreise. Interessante Gegenüberstellung.


Thema: Design,Fundstücke | Kommentar schreiben!

Usability Kongress, Frankfurt

Usability Kongress 2009

Ich bin gerade zurück vom Usability Kongress Frankfurt (eigentlich in Neu-Isenburg Gravenbruch).

Fazit: Eine Veranstaltung mit interessanten, gut gemischten Themen und teils sehr informativen Vorträgen rund um Usabilty/User-Experience. Leider konnte ich nur heute dort sein und habe den ersten Teil der Konferenz verpasst.

Etwas schwierig war der Start des heutigen Konferenztages. Der polemische Initialvortrag zum Thema Usabilty & Social-Media von Frank Puscher hat zunächst den Eindruck hinterlassen eventuell auf einer Veranstaltung für Gatekeeper, die auf Biegen und Brechen an alten Modellen und der verzweifelten Sicherung des Status-Quo im Netz festhalten – ob sinnvoll oder nicht – gelandet zu sein.

Das konnte durch die Folgenden, teils sehr intelligenten und informativen Vorträge zu den unterschiedlichsten Facetten von Usability zum Glück schnell widerlegt werden.

Nichtsdestotrotz ein paar Worte zum Social-Media-Vortrag. Viele der Argumente waren einfach zu haarsträubend um unkommentiert zu bleiben. Hauptthesen: Social-Media ist für die meisten Menschen irrelevant. Social-Media produziert haufenweise Irrelevanz und bietet daher – ausser den Nerds – keinen Nutzen. Social-Media-Angebote haben eine miese Usability (Social-Media vs. Usability).
Unerwähnt blieb, dass Social-Media in vielen Bereichen (Facebook, YouTube, Wikipidia, …) schon tief in die Welt von “Normalusern” Einzug gehalten hat. Die sind sich sicher nicht explizit bewusst, dass sie “Social-Media” nutzen – was aber auch völlig egal ist und nichts daran ändert, dass die Angebote für sie durchaus persönliche Relevanz haben! Das Argument hat mich vor allem deshalb so massiv gestört, weil einer der Punkte, der an Social-Media begeistert, genau der ist, dass man über Dienste wie flickr, delicious, twitter, … und die Verknüpfung zu Menschen mit ähnlichen Interessen, Geschmack, Ideen & Ansichten extrem schnell für sich sehr relevanten Content frei Haus geliefert bekommt, den man über Google & Co. niemals entdecken würde. Sei es tolle, inspirierende Bilder, interessante Links, schöne Produkte oder genau die Informationen zu Themen, die einen selbst unter den Nägeln brennen! Diese Aspekte wurden beim Vortrag wohl vergessen. Nicht nachvollziehbar war auch die Sache mit “Usability vs. Social-Media”. Sowohl bei “klassischen” Webangeboten, wie auch Social-Media-Sites, gibt es hervorragende und weniger hervorragende Beispiele. Ich kann nicht erkennen, wie Social-Media automatisch zu schlechter Usability führen soll. Scheint eine komische Schlussfolgerung zu sein.

Zurück zu den restlichen Vorträgen.

Besonders informativ und horizonterweiternd fand ich die Sessions zu Usability für spezielle Zielgruppen – hauptsächlich Senioren & Kinder. Der Vortrag von Helma Töpper (slash/work) gab Einblick in ein Thema “Wearables” (Notrufsysteme, oder Systeme, die Vitalfunktionen überwachen und direkt am Körper getragen werden) das ich vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Ein Themenfeld, in dem Usability & Design aber einen sehr nutzbringenden Beitrag leisten kann! Etwas, das es sich lohnt weiter zu denken. Auch die Testergebnisse zum Thema Kinder & Webnutzung im Vortrag von Erik Winterberg (SynthiCon AG) waren aufschlussreich. Vieles (wie nutzen Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen das Netz) hätte man anders eingeschätzt.

Sehr gut waren auch die Sessions “Usability & Brand Experience” (Brannen Usable Brands) und “Usability als emotionale Inszenierung” (Interactive Tools; Redesign mobile.de, immobilienscout24.de, ARD Hauptstadtstudio), die gezeigt haben, dass gute Usability und emotionale und markengerechtes Design zusammengehören um die User-Experience rund zu machen. Oft wird beides ja recht platt als gegenseitiger Feind angesehen. Eine Einstellung, die ich auch nicht teilen kann.

Abgerundet wurde der Tag durch den guten, fundierten Vortrag von Gunnar Ulle (Teamleiter User Experience, neckermann.de) zum Thema Nutzermotive beim Online-Shopping.

Auf jeden Fall eine gute Konferenz – die einige interessante Gedanken losgetreten hat. Ein paar werden hier sicher demnächst noch zu lesen sein.


Thema: Allgemein,Design,Webdesign | 1 Kommentar

Therapie: Prima Zusammenarbeit

Was läßt einen Designer die Seele verlieren …

Prima Zusammenarbeit

Diese Seite unseres Therapiebuchs zeigt das Thema “Zusammenarbeit”. Mehr oder weniger.

Der kleine Punkt links repräsentiert den Bereich Design. Der Rest: Die anderen Disziplinien und die Komunikation mit dem Kunden. In diesem Fall wurde sporadisch auch mal mit den Designern geredet. Informationen gab’s manchmal auch – wenn sich die anderen Disziplinen einig waren, wie die Gestaltung auszusehen hat.


Thema: Bildbunt-Arbeiten,Design | Kommentar schreiben!

Fundstücke: U-Bahn-Bau & Brigitte!

U-Bahn-Bau Frankfurt

U-Bahn-Bau Frankfurt

Brigitte und Frankfurt

Dank des Hinweises von @stadt_ffm habe ich heute bei der Jubiläumsfeier “40 Jahre Römertelefon” einige nette Fundstücke aus dem Fundus des Presse- und Informationsamtes der Stadt Frankfurt entdeckt. – Die wurden am Römer gegen eine Spende abgegeben. Was hieß: Gleich zugreifen!

Die Broschüre zu “Planung Bau Betrieb” der Frankfurter U-Bahn und die dazugehörige Kunsstofftüte sind ein sehr nettes Beispiel für klassisches, toll ausgeführtes Grafikdesign. Ausserdem sind natürlich die Bilder und Information zu den damaligen Baumaßnahmen, Leitsystemen innerhalb der U-Bahn und den technische Details äusserst interessant!

Kurios ist das Plakat “Brigitte und Frankfurt”. Ferry Ahrlé bemalte Brigitte (“Das ist Brigitte. 21 Jahre jung. Lebt in Frankfurt”) mit ziemlich bunten frankfurter Stadtmotiven.

Auch die, zumindest farblich, leicht psychedelisch angehauchte alte Frankfurt-Tüte, in der ich die Fundstücke behutsam nach Hause transportiert habe, wird einen Platz im Bildbunt-Fundstück-Archiv bekommen.

Weitere Bilder gibt’s bei flickr.


Thema: Design,Fundstücke | 1 Kommentar

Bedienungsanleitung: Olivetti Lettera 22

Olivetti Lettera 22

Wow. “Blown away” trifft’s ganz gut.

Schön, wenn nicht nur in das Produkt sondern auch in dessen Anleitung Zeit und Gedanken in Form guten Designs fließen! Das war damals schon nicht selbstverständlich. Heute leider noch weniger.

Weitere Abbildungen gibt’s im flickr-Set von Ed Cornish.

(via)


Thema: Design,Illustration | Kommentar schreiben!

Seife!

Seife!

Seife!

Seife!

“Soap. I make and I sell soap” - Tyler Durden, Fight Club

Jede Menge sehr nette alte Seifenpackungen gibt es auf diesem – auch sonst sehenswerten - polnischen Blog.

(via)


Thema: Design,Inspiration | 1 Kommentar

Design ist kein Make-Up!

Design ist kein Make-Up!

Design bedeutet nicht Schönschminken. Das sollte eigentlich klar sein. Ist es aber leider nicht.

Design hat in Deutschland eher geringen Stellenwert. Es wird mit unnötigem Luxus, Schnickschnack, etc. assoziert. Nicht mit etwas, dass das Leben bereichert – und im besten Fall einfacher macht.

Das Problem betrifft allerdings leider nicht nur die Allgemeinheit, sondern auch das professionellere Umfeld.

“Design ist optischer Firlefanz. Designer spinnen. Designer legen Wert auf schöne Optik. Und sonst Nichts. Designer gestalten Sachen, die sich nicht umsetzen lassen. Design ist im Grunde nicht so wichtig.”

Was dabei so gut wie immer ausser acht gelassen wird: Gutes Design verfolgt ein Ziel! Es sucht nach der optischen Lösung, die den Zweck eines Produktes oder Projekts am besten erfüllt.

Charles Eames hat das so ausgedrückt:

“Design is a plan for arranging elements in such a way as best to accomplish a particular purpose.”

Bezogen auf Design für Online-Medien – in diesem Fall das Fachgebiet, auf dem ich mich bewege – heißt das, dass der grundlegende Aufbau, die Wahl von Farbigkeit, Schrift, Bildmaterial, die Anordnung & Gruppierung von Elementen, usw., usw. auf das Ziel ausgerichtet ist einen Webauftritt oder eine Online-Applikation einfach & intuitiv bedienbar zu machen und das zurecht- und wohlfühlen dort bestmöglich zu unterstützen!

- Weitere wichtige Aufgabe, die das Design leisten muss: Die passende Darstellung von Marke, Unternehmen und Produkten. Auch hier ist es wichtig mit der optischen Sprache nicht irgendeinen, sondern den richtigen Ton zu treffen!

Gutes Design ist kein Produkt von Zufall, purem Geschmack oder aktueller optischer Trends, sondern das Ergebnis zielgerichteter, maßgeschneiderter Überlegung, Planung – und am Ende der professionellen, sauberen Umsetzung!

Aus dem “Make-Up”-Mißverständnis heraus entstehen schnell Hindernisse, die gute Gestaltung unnötig schwer machen:

Mangelndes Briefing
Man muss die Ziele und Rahmenbedingungen eines Projekts kennen, um punktgenau & professionell gestalten zu können! Wenn Design nur als purer Anstrich aufgefasst wird, fehlt oft das Bewusstsein, dass überhaupt Hintergrundinformationen benötigt werden.

Dazu ein weiteres, sehr treffendes Zitat von Herrn Eames:

“Recognizing the need is the primary condition for design.”

Bereits vordefiniertes Design
Es wird nicht die Lösung einer Gestaltungsaufgabe vom Designer verlangt – was sein Job ist – sondern Ausmalen einer Vorlage.
Statt dem Verantwortlichen möglichst genau Aufgabe und Problemstellung zu erläutern, wird bereits eine – oft nur vermeintliche – Lösung vorweggenommen.

Designer dürfen nicht als verlängerte Photoshop-Hand mißbraucht werden: Kunde & Agentur können weitaus mehr von ihm bekommen! Und sollten es auch einfordern!

Technik als Showstopper
An der Schnittstelle von Design und Technik steht schnell das “unnötiger Schnickschnack”-Argument im Raum. Es fehlt manchmal der Blick, dass man als Designer ebenfalls einen Job zu erledigen hat und nichts lediglich auf Geschmack und ein bißchen unverständlicher Kunst basiert und Dinge daher nicht einfach mit einem undifferenzierten “geht nicht” ersatzlos gestrichen werden können!

Programmierung darf nicht zum Stopper für Ideen & Maßnahmen werden, die zwar aus rein technischer Sicht “nicht unbedingt notwendig sind”, vielleicht sogar etwas mehr Aufwand erfordern – aber aus dem Blickwinkel besserer Usability, Erzielung einer bestimmten Wirkung & Aussage, usw. aber wichtig für das Projekt sind!

Während für die Programmierung Dinge wie Standardkonformität, sauberer Code, Performance und möglichst einfache Umsetzung im Vordergrund stehen, ist es beim Design das Bestreben die beste optische & ästhetische Lösung für die gestellte Aufgabe zu finden. – Dies kann auch die sein, die dem Programmierer nicht gefällt. Muss sie auch nicht. Genausowenig, wie dem Designer die Syntax des Codes gefallen muss. Dafür ist jeder Experte auf seinem Gebiet. Und auf Beiden Seiten braucht es Vertrauen in die jeweiligen Fähigkeiten.

Gute Designer kennen technischen Rahmenbedingungen und beachten sie. – Das heißt aber auch, dass sie einschätzen können, wo dieser Rahmen, falls es wirklich erforderlich ist, noch Spielraum hat.

Bei tatsächlichen Konflikten muss gemeinsam an einem Weg gearbeitet werden, der gestellte Anforderungen an beide Bereiche – Programmierung und Design – erfüllt. Statt fauler Komprommisse: Lösungen, die dem Ziel eines Projektes nicht schaden.

Keine Disziplin darf dabei “per Definition” über der Anderen stehen. Design ist genauso essentiell wie Technik. Es sollte der Normalfall sein, dass sich beide Bereiche ergänzen und zu einem Projekt aus einem Guss verschmelzen!

Argument “Kosten” – Der Wert von Design
Es darf nicht passieren, dass Technik & Kosten die einzigen Argumente sind, die in die Wagschale geworfen werden und denen das Design automatisch zum Opfer fallen muss. – Die Folge werden schlechte Projekte sein! Die beste Programmierung und der beste Kostenrahmen helfen nichts, wenn die Schnittstelle zum User – die gestaltete Oberfläche vernachlässigt wird oder dort falsche Kompromisse eingegangen werden.

Design ist kein Make-Up. Design hat einen Wert und es ist sträflich den zu vernachlässigen!


Thema: Allgemein,Design,Gedanken,Webdesign | Kommentar schreiben!